Sklavenmarkt, Jean-Léon Gérôme
Eine nackte Frau in der Mitte und ein Mann ganz rechts sind in einem öffentlichen Hof zu sehen, während potenzielle Sklavenhalter ihre Körper begutachten. Sorgfältig ausgeführte Details wie die Kleidung der Figuren sowie der Stil der umgebenden Architektur erinnern an Orte wie Ägypten und die Türkei, wo Gérôme mehrere Monate auf Reisen verbrachte und skizzierte. Diese entmenschlichende Szene, die sowohl der Fantasie als auch der Beobachtung entsprang, porträtiert die islamische Gesellschaft als fremd, gewalttätig und verdorben. Solche Gemälde appellierten an Frankreichs Vorstellung von moralischer Überlegenheit, während es sein Kolonialreich in Nordafrika ausdehnte.
